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  HAUPTZIELE
SHV Nachwuchsförderungskonzept
 
Sichtung der Rookies spätestens im Frühling des 14. Altersjahres.
Athlebenbetreuung/Karriereplanung: Jeder Rookie wird bestmöglich individuell betreut.
Schule/Beruf: Jeder Rookie ist spätestens auf Sekundarstufe 2 in einem geeigneten, leistungssportunterstützenden Bildungsmodell (Schule/Beruf). In zweiter Priorität sind geeignete Schulmodelle auf Sekundarstufe 1 zu nutzen.
Leistungssport: Jeder Rookie wird unter Berücksichtigung der leistungssportunterstützenden Bildungs- oder Berufssituation, optimal individuell und leistungsorientiert gefördert.
Regelmässige Qualifikation für internationale Nachwuchsmeisterschaften (EM/WM).
Optimale Zusammenarbeit / Vernetzung / Kommunikation zwischen SHV, Regionen und den leistungsorientierten Vereinen. Synergien nutzen.
Anlehnung an Swiss Olympic-Vorgaben (12 Bausteine) und Nutzung der Unterstützung durch Swiss Olympic und Bundesamt für Sport.
 
Zusammenarbeit ist das Wichtigste
 
Zukünftige NLA- und Nationalspieler müssen im Juniorenalter immer früher erfasst und optimal gefördert werden. Das überarbeitete SHV- Nachwuchsförderungskonzept, angepasst an die heutige Umfeldsituation, soll dies nun noch besser gewährleisten. Dazu werden Jungtalente schon mit 14 Jahren in ein spezielles Förderprogramm eingebunden.
 
(Quelle: HAndBall-Magazin 04/08, Andrea Weibel)
 
An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des SHV vom 15. März in Thun wurde das neue SHV-Nachwuchsförderungskonzept vorgestellt und genehmigt. Nun gilt es, dieses umzusetzen. Besonderes Gewicht legt Christian Koch, Leiter der Nachwuchsabteilung im Bereich des Leistungssportes, auf die Zusammenarbeit zwischen dem Verband, den Regionen und den einzelnen Vereinen. Dafür hat der Verband ein Budget von 500'000 Franken genehmigt. «Unser Ziel ist es, die geeignetsten jungen Talente, die sogenannten Rookies, zu erfassen, und sie so zu fördern, dass sie sowohl im Spitzensport als auch in Bildung/Beruf den Karriereweg gehen können», erklärt Koch. Die talentiertesten Junioren sollen in den Regionalauswahlen (RA), also auf Stufe U15, in jeder der sieben Handball-Regionen der Schweiz selektioniert und speziell gefördert und begleitet werden. Pro Region sind es jeweils 22 Jungtalente, die auf den Weg des Leistungssports gebracht werden. Dies beginnt bereits im Alter von 12 bis 13 Jahren, also deutlich früher, als es noch vor einigen Jahren der Fall war, wo die Talenterfassung zwei bis drei Jahre später stattfand. «Auch im Ausland ist die Entwicklung so, dass Talente immer früher in solchen Leistungsgefässen gefördert werden, und zwar nicht nur im Handball, sondern im Sport generell», so Koch. Die erste internationale Ebene, welche die Rookies erreichen sollen, ist die U17- Nationalmannschaft.
 
Talent allein reicht nicht aus
 
Aber nicht jeder Spieler der Regionalauswahl ist gleichzeitig ein Rookie. Aus den 22 Spielern der RA werden in jeder Region die zehn Geeignetsten ausgewählt, welche das Label «Rookie» tragen dürfen und entsprechende Betreuung erhalten. «Die Rookies sind nicht automatisch die momentan besten Spieler ihres Alters. Es spielen mehrere Faktoren mit. Sicherlich ist das Talent wichtig, aber auch die voraussichtliche körperliche Entwicklung, der Wille, die Einstellung und natürlich das Umfeld sind zu berücksichtigende Aspekte. Dem Junior muss ein nationales Potenzial zugestanden werden können, erst dann wird er ein Rookie», erklärt Koch. Das Rookies- Label soll als Gütesiegel und Auszeichnung für den Spieler, aber auch für die Vereine, welche den Rookies-Richtlinien entsprechen, gelten.
 
Sportschule oder verlängerte Lehre?
 
Im Alter von 14 Jahren hat der Junior dann die erste Altersbarriere erreicht. Jugendliche verlassen in der Regel mit 16 Jahren die obligatorische Schule und treten eine weiterführende schulische oder berufliche Laufbahn an. «Uns ist vor allem wichtig, dass die Sportler auch nach ihrer aktiven Karriere auf eine solide Basis im Berufsleben zurückgreifen können, und nicht mit leeren Händen da stehen», sagt Koch, «deshalb müssen wir sie unbedingt früh genug auf diesen Schritt vorbereiten und dafür sorgen, dass sie zum Beispiel in leistungssportunterstützenden Lehrfirmen unterkommen, die sie auch im Sport unterstützen.» So bieten manche Firmen in Zusammenarbeit mit den Schulen verlängerte Lehren von vier anstelle von drei Jahren an. Und verschiedene Mittelschulen verfügen über spezielle Sportklassen, die in erster Linie für Nachwuchsleitungssportler mit nationalem Potenzial reserviert sind. Bei manchen Berufsarten ist es hingegen sehr schwierig, diese mit der parallelen Ausbildung zum Spitzensportler zu verbinden. Bei der Entscheidungsfindung steht den jungen Sportlern ein Athletenbetreuer zur Seite. Der zuständige Leiter und nationale Athletenbetreuer Rolf Siegrist plant derzeit die Ausbildung von sieben zusätzlichen Betreuern, die für die einzelnen Regionen verantwortlich sein werden. «Solche regionalen Athletenbetreuer würden sich auch mit dem Bildungssystem der Region und den örtlichen Rookies-Vereinen auskennen, das wäre ein riesiger Vorteil gegenüber einem einzigen nationalen Athletenvertreter», so Koch weiter.
 
Hauptlast liegt bei den Vereinen
 
Das Allerwichtigste bei der Nachwuchsförderung ist die Rechtzeitigkeit. Sollte aber ein talentierter junger Handballspieler nicht für die Regionalauswahl (RA) selektioniert worden sein, oder hat er vielleicht einfach später mit dem Handballsport angefangen, wäre aber geeignet für diese Förderprogramme, dann ist es natürlich jederzeit möglich, sich als Quereinsteiger auch nach dem 14. Lebensjahr für die Förderprogramme zu qualifizieren. Das Gespräch mit den Rookies ist den Athletenbetreuern sehr wichtig, um diese individuell in der Planung ihrer Karriere zu unterstützen. Besonders sind hier auch die Vereine gefordert, in denen die Rookies zu Hause sind. «In der RA oder der Nationalmannschaft sind die Spieler durchschnittlich 20 bis 40 Tage im Jahr beschäftigt, das macht keine 20 Prozent ihres Sport-Pensums aus. Der ganze Rest ihrer sportlichen Ausbildung liegt bei den Vereinen», rechnet Koch vor. Das Zusammenspiel zwischen den Vereinen und der RA bzw. den Nationalteams ist daher von entscheidender Bedeutung. Koch erklärt: «Unser Ziel ist es, dass sich sämtliche NLA-Vereine für das Rookies-Label qualifizieren, das heisst, dass sie ihre Trainer nach den Rookies-Richtlinien ausbilden. Aber auch andere Vereine sind im Konzept willkommen. Obwohl es für die Vereine einiges an Arbeit verlangt, wenn sie sich mit dem Label «Rookies-Verein» schmücken wollen, gilt es doch zu bedenken, dass damit eine möglichst optimale Nachwuchsförderung verbunden ist. Und dies kommt dann wieder allen Beteiligten zu Gute.
 
 
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